JAMES TURRELL


My desire is to set up a situation to which I take you and let you see. It becomes your experience.

JAMES TURRELL

DER KÜNSTLER

Der amerikanische Künstler James Turrell (72) zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart und wurde vor allem mit seinem Werk „Roden Crater“ und seinen Lichträumen bekannt. Seit den 1960er Jahren hat Turrell ein beeindruckendes Werk geschaffen, dass sich mit der (Im-)Materialität und Wahrnehmung von Licht beschäftigt. Seine Installationen und Environments sind sanfte Kompositionen, in denen er Form und Atmosphäre in den Vordergrund rückt und dem Besucher optische wie emotionale Erlebnisse ermöglicht. Sein neues Projekt „Skyspace Lech“ schließt an diese Entwicklungen an. Die Kombination aus Gebautem und dem Ort bzw. der Landschaft, Kultur und Natur, Gemachtem und Gegebenem wird die Basis für jene sinnlichen und geistigen Erfahrungen, für die das Licht als Metapher steht.

WERKE UND BIOGRAFIE

James Turrell, »From the Guggenheim, Aten Reign«, 2013 · Fotos David Heald © James Turrell Courtesy · Häusler Contemporary München | Zürich

James Turrell, »From the Guggenheim, Aten Reign«, 2013 · Fotos David Heald © James Turrell Courtesy · Häusler Contemporary München | Zürich

James Turrell wurde 1943 in Los Angeles geboren und studierte zunächst Psychologie und Mathematik und schloss 1973 sein Kunststudium ab. Seit den 1960er-Jahren arbeitet James Turrell an sogenannten -Lichträumen- und damit an der Auseinandersetzung mit den vielfältigen Erscheinungsformen des natürlichen und künstlichen Lichts. Installationen und Environments machen Licht als künstlerisches Medium erfahrbar. Erfüllt von Licht und Farbe sind die Räume von James Turrell nicht einfach beleuchtet. Die Grenzen der Wahrnehmung zeigen sich so auch im Gefühl einer Entmaterialisierung von Architektur: Fläche, Farbe und Raum treten in ein spannungsgeladenes Wechselspiel und machen das Licht sinnlich und geistig erlebbar.

Roden Crater - Foto: Holzherr © James Turrell

Roden Crater – Foto: Holzherr © James Turrell

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James Turrell. Den Himmel auf Erden – Bayrisches Fernsehen

Seit den 1970er Jahren arbeitet der Künstler an seinem Lebenswerk, einem erloschenen Krater in Arizona mit Tunneln, unterirdischen Räumen und den sogenannten Skyscapes, Decken-Öffnungen in den Himmel. Das Gelände um den „Roden Crater“, einer Landschaft zwischen Grand Canyon und Painted Desert, hat James Turrell – nach monatelanger Suche mit dem Flugzeug – 1974 gefunden und gekauft. Seitdem verwandelt er den Vulkankegel permanent, ebnet den Kraterrand, lässt Stollen graben und errichtet Plattformen. Kammern, Schächte und Öffnungen weisen zum Himmel, führen das Licht. Turrell bezieht sich dabei ausdrücklich auf Stätten wie Machu Picchu, die ägyptischen Pyramiden oder die Tempel Yucatans und weist auf die spirituellen und emotionalen Erfahrungen hin, die Menschen an diesen Orten machten.

1997 hat James Turrell anlässlich der Eröffnung des Kunsthaus Bregenz die Glasfassade des preisgekrönten Museumsbaus von Peter Zumthor mit einer spektakulären Lichtinstallation als einen Leuchtturm der Kunst erstrahlen lassen.

2013 verwandelte James Turrell mit seiner Arbeit „Aten Reign“ das Solomon R. Guggenheim Museum in New York in einen atmosphärischen Lichtraum. Es folgten große Retrospektiven im Los
Angeles County Museum of Art (LACMA) und der National Gallery of Australia (2014).

Für 2018 ist eine James Turrell Ausstellung im Museum Frieder Burda, in
Baden-Baden, vom 9. Juni bis 28. Oktober, geplant

Insgesamt hat James Turrell mehr als 140 Einzelausstellungen in Museen und Galerien sowie weltweit über 60 Skyspaces realisiert (zur Ausstellungsübersicht)

James Turrell (www.jamesturrell.com) lebt und arbeitet in Flagstaff (Arizona/US).

James Turrell, Lichtinstallation Kunsthaus Bregenz 1997 © Kunsthaus Bregenz Foto: Gerald Zugmann

James Turrell, Lichtinstallation Kunsthaus Bregenz 1997 © Kunsthaus Bregenz Foto: Gerald Zugmann

Was mich interessiert ist die Wirkung des Lichts auf Dich und Deine Wahrnehmung.

JAMES TURRELL

SKYSPACES

„Oft schauen wir zum Himmel und denken, dass er so weit weg ist. Aber meine Skyspaces bringen den Himmel herunter an die Decke des Raumes, in dem man sich befindet.“, so James Turrell.

Turrells Oeuvre ist neben der Arbeit am Vulkan „Roden Crater“, der durch seine Komplexität für sich steht, vor allem auch durch die Werkgruppe der Skyspaces bestimmt. Hier begegnen sich natürliches und künstliches Licht, Farbe und Raum und werden zur Basis für die Öffnung des eigenen Geistes in der kontemplativen Betrachtung.

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Skyspace „The color inside“ University of Texas, Austin, 2012 © James Turrell Foto: Holzherr

Die „Skyspaces“ – Räume mit Öffnungen zum Himmel – hat Turrell mehrfach und weltweit sowohl als autonome Strukturen entwickelt, aber auch in bestehenden Gebäuden realisiert. Neben der Wahrnehmungsebene spricht Turrell hier durch den kulturellen Kontext des Himmels auch eine spirituelle Ebene an. Himmel, Licht, Raum und Zeit verschmelzen zu einer gleichermaßen physisch sinnlichen und psychisch existentielle Grenzerfahrung. In einer Zeit der schnellen und oberflächlich konsumierten Bilder führen sie den Betrachter zur meditativen Konzentration des Sehens und zur Vertiefung des Erlebens.

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