James Turrell in Lech, 2014, Foto: Maria Muxel

James Turell

In der Dämmerung entfaltet die magische Installation des renommierten Lichtkünstlers ihre volle Schönheit.

James Turrell – Der Lichtkünstler

James Turrell ist einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. In seinen atmosphärischen Installationen geht es um das sinnliche und geistige Wahrnehmen von Licht. Seine Lichträume sind sanfte Kompositionen, die den Besucher_innen visuelle und emotionale Erlebnisse ermöglichen. Der Skyspace-Lech schließt an diese Ideen an. Die Kombination aus Gebäude und Landschaft, Kultur und Natur, Gemachtem und Gegebenem ist der Ausgangspunkt für intensive persönliche Erfahrungen und Beobachtungen.

  • James Turrell

    Licht ist nicht etwas, das andere Dinge erleuchtet, sondern eine Substanz, die sich selbst offenbart.

James Turrell, Lichtinstallation Kunsthaus Bregenz 1997 © Kunsthaus Bregenz Foto: Gerald Zugmann

Leben & Werk

James Turrell lebt und arbeitet in Flagstaff (Arizona/US). Er wurde 1943 in Los Angeles als Sohn einer strenggläubigen Quäkerfamilie geboren. Bereits mit 16 Jahren erwarb er eine Fluglizenz, studierte zunächst Psychologie und Mathematik am Pomona College und schloss 1973 ein Kunststudium an der Claremont Graduate School in Kalifornien ab. Seit den 1960er-Jahren konzipiert er Lichträume, zumeist als große Kuben mit Öffnungen zum Himmel, häufig in eigens dafür errichteten Gebäuden.

Im Roden Crater, einem erloschenen Vulkan in der Wüste von Arizona, arbeitet James Turrell am größten je von Menschenhand geschaffenen Kunstwerk. Nach astronomischen Berechnungen baut er ein Netz von Skyspaces in den Krater hinein, in denen sich natürliches und künstliches Licht zu einem einzigartigen sinnlichen Erlebnis verbinden.

Auch in Vorarlberg war bereits eine spektakuläre Lichtinstallation von James Turrell an der Glasfassade des Kunsthaus Bregenz zu sehen. 1997 ließ er den preisgekrönten Museumsbau von Peter Zumthor als Leuchtturm der Kunst erstrahlen.

2013 verwandelte James Turrell mit seiner Arbeit „Aten Reign“ das Solomon R. Guggenheim Museum in New York in einen atmosphärischen Lichtraum. Es folgten große Retrospektiven im Los Angeles County Museum of Art (LACMA) und der National Gallery of Australia (2014).

2018 ist James Turrell in einer Ausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden vom 9. Juni bis 28. Oktober zu erleben.

Skyspaces – Zum Himmel offene Lichträume

Seine Arbeit an den Skyspaces begann James Turrell in den 1970er Jahren. In diesen Installationen begegnen sich natürliches und künstliches Licht sowie Farbe und Raum und öffnen den Geist in der kontemplativen Betrachtung. Diese Werkgruppe beinhaltet weltweit über 75 öffentlich zugängliche Himmelsobservatorien. Turrell entwickelte die Skyspaces sowohl als autonome Strukturen als auch in bestehenden Gebäuden. Durch den jeweiligen kulturellen Kontext des Himmels eröffnet der Künstler auch eine spirituelle Perspektive. Himmel, Licht, Raum und Zeit verschmelzen zu einer physisch sinnlichen und psychisch existenziellen Grenzerfahrung. In einer Zeit der schnellen und oberflächlich konsumierten Bilder führen sie die Betrachter_innen zu meditativem Sehen und tiefem Erleben.

Roden Crater – Der Himmel über der Wüste

Seit den 1970er Jahren arbeitet der Künstler an seinem Lebenswerk, einem erloschenen Krater in Arizona, dem Roden Crater. Das Gelände um dem Roden Crater, einer Landschaft zwischen Grand Canyon und Painted Desert, hat James Turrell – nach monatelanger Suche mit dem Flugzeug – 1974 gefunden und gekauft. Seitdem verwandelt er den Krater permanent, lässt Stollen graben und errichtet Plattformen. Kammern, Schächte und Öffnungen weisen zum Himmel und führen das Licht. Turrell bezieht sich dabei ausdrücklich auf Stätten wie Machu Picchu, die ägyptischen Pyramiden oder die Tempel Yucatans und verweist auf die spirituellen und emotionalen Erfahrungen, die Menschen an diesen Orten machten.

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